• Gruppenfoto von drei Frauen auf einer Bühne
    Die Veranstaltung fand in der ständigen Vertretung Deutschlands statt.

70. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten NationenDigitale Gewalt gegen Frauen bedroht politische Teilhabe

dbb frauen-Chefin Milanie Kreutz hat gemeinsam mit anderen Teilnehmerinnen in New York über wirksame Maßnahmen gegen digitale Gewalt diskutiert.

„Wenn Frauen aus Angst vor Hass und Bedrohungen ihre Stimme im Netz zurückziehen, verliert unsere Demokratie wichtige Perspektiven“, machte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung und stellv. dbb-Bundesvorsitzende, am 13. März 2026 in New York deutlich. „Digitale Gewalt muss entschieden bekämpft werden. Demokratie braucht Frauen – und sie braucht digitale Räume, in denen Frauen sich sicher äußern und engagieren können.“ Auf einem Panel mit dem Titel „Access to Justice in Cases of Digital Violence. Countering the Manosphere“ tauschte sich die dbb frauen-Chefin unter anderem mit Katharina Jestaedt, Abteilungsleiterin Gleichstellung im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Verena Haisch, Vizepräsidentin des Deutschen Juristinnenbunds, aus. „Wir brauchen Verbündete aus Politik und Justiz, um digitale Gewalt effektiv zu bekämpfen“, erklärte Kreutz. 

Denn: Digitale Gewalt trifft zunehmend Frauen, die sich öffentlich engagieren und sichtbar sind. Besonders betroffen sind Politikerinnen, Aktivistinnen und Journalistinnen. „Hasskommentare, Drohungen und gezielte Diffamierungen im Netz zielen häufig darauf ab, Frauen einzuschüchtern und sie aus öffentlichen Debatten zu verdrängen. Diese Entwicklung hat nicht nur schädliche Folgen für die betroffenen Frauen, sondern auch weitreichende Folgen für demokratische Gesellschaften“, unterstrich Kreutz.

Strafrechtliche Konsequenzen auch für digitale Gewalt 

Die Diskussionen in New York zeigen, dass der Schutz vor digitaler Gewalt international stärker in den Fokus rückt. „Diese erhöhte Aufmerksamkeit müssen wir nutzen, um konkrete Maßnahmen einzuleiten“, hob Kreutz hervor. „Beispielswese müssen wir Ermittlungsbehörden besser in die Lage versetzen, Täter im Netz zu identifizieren. Wer im Netz Straftaten wie digitale Gewalt begeht, darf sich nicht dauerhaft hinter Anonymität verstecken können. Wer im echten Leben versucht, andere mundtot zu machen, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Das muss auch im Netz gelten.“ Dazu gehöre auch mehr Transparenz über die Identität von Tätern sowie eine längere Speicherung relevanter Daten. 

Diese Fragen werden auch beim kommenden dbb bundesfrauenkongress unter dem Motto „Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie.“ eine zentrale Rolle spielen. Ziel ist es, mehr Frauen für politisches Engagement zu gewinnen und gleichzeitig wirksame Maßnahmen gegen Hass und Gewalt im digitalen Raum zu entwickeln.

 

Hintergrund:  

Die 70. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen findet vom 9. bis 19. März 2026 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York statt. Auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Access to Justice in Cases of Digital Violence. Countering the Manosphere“ diskutierten Expertinnen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft darüber, wie Betroffene besser geschützt und Täter konsequenter zur Verantwortung gezogen werden können. Die Veranstaltung wurde unter anderem vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Deutscher Juristinnenbund sowie dem UN Women National Committee Germany organisiert. 

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