70. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten NationenDer Zugang zu Frauenrechten beginnt bei der Bildung
Die besten Gesetze helfen wenig, wenn Frauen ihre Rechte nicht kennen oder nicht wissen, wie sie zu ihrem Recht kommen.
„In vielen Ländern haben Frauen zwar formal gleiche Rechte, stoßen in der Praxis jedoch auf erhebliche Hürden, wenn sie Diskriminierung, unfaire Bezahlung oder Belästigung am Arbeitsplatz juristisch verfolgen wollen“, erklärte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung und stellv. dbb-Bundesvorsitzende am 12. März in New York. Kreutz nahm als Teil der Regierungsdelegation Deutschlands an der Sitzung teil. „Der Zugang zu Rechten und Gerechtigkeit beginnt nicht erst im Gerichtssaal. Er beginnt dort, wo Menschen Bildung erhalten und ihre Rechte kennen lernen.“
Gerade hier zeige sich die zentrale Rolle des öffentlichen Dienstes, betonte Kreutz: „Lehrkräfte, Verwaltungsbeschäftigte, Justiz und soziale Dienste sorgen täglich dafür, dass Rechtsstaatlichkeit, Bildung und Gleichstellung praktisch umgesetzt werden. Wenn die Bürgerinnen und Bürger sehen, dass der Rechtsstaat zuverlässig funktioniert, haben sie auch mehr Vertrauen in ihn. Das baut Hemmschwellen ab, eigene Rechte einzufordern.“ Denn auch die besten Maßnahmen gegen Diskriminierung bleiben wirkungslos, wenn Frauen nicht wissen, dass sie sie einfordern können, wie sie sie einfordern können und dass die Maßnahmen auch wirken.
Kreutz: „Nur wenn Arbeitnehmerinnen ihre Rechte tatsächlich geltend machen können, wird Gleichstellung im Arbeitsleben Realität.“
Zentrale Akteurinnen seien darüber hinaus Schulen und Medien: „Hier können Frauen schon früh über ihre Rechte lernen. Dieses Wissen schafft Selbstverständlichkeit im Umgang mit eigenen Rechten.” Auf der anderen Seite seien auch Arbeitgebende gefordert: “In den Dienststellen muss klar sein, an wen sich Betroffene wenden können, wenn sie diskriminiert werden. Transparente Beschwerdewege, funktionierende Gleichstellungsstrukturen und unterstützende Personalvertretungen sind entscheidend, damit Rechte nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Alltag durchgesetzt werden können“, so die dbb frauen-Chefin.
Für die dbb frauen ist klar: Ein leistungsfähiger öffentlicher Dienst ist eine Voraussetzung für echte Gleichstellung und für funktionierende demokratische Institutionen. „Wer Frauenrechte stärken will, muss auch den öffentlichen Dienst stärken“, machte Kreutz klar. „Wir brauchen gute Gesetze und dann auch die Rahmenbedingungen, um sie umzusetzen. Nur wenn Arbeitnehmerinnen ihre Rechte tatsächlich geltend machen können, wird Gleichstellung im Arbeitsleben Realität.“
Hintergrund: Die 70. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen findet vom 9. bis 19. März 2026 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York statt. Die Kommission gilt als das weltweit wichtigste zwischenstaatliche Gremium für Gleichstellungspolitik und Frauenrechte. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung gehören auch zivilgesellschaftliche Organisationen zur deutschen Delegation. Ziel ist es, internationale Entwicklungen in der Gleichstellungspolitik zu begleiten, Erfahrungen auszutauschen und Impulse für die Weiterentwicklung von Frauenrechten zu setzen.





