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Equal Pay Day 2026Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Noch immer verdienen Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer, selbst bei gleicher Tätigkeit sind es sechs Prozent weniger. Kann Entgelttransparenz helfen?

Bis Juni 2026 muss in Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung und stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende betonte anlässlich des Equal Pay Days am 27. Februar 2026: „Die Entgelttransparenzrichtlinie ist ein wichtiger Schritt in Richtung Geschlechtergleichheit. Weiterhin verdienen Frauen in Deutschland weniger als Männer, selbst wenn sie den gleichen Beruf ausüben. Das darf so nicht weitergehen. Die Devise muss lauten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“ Denn selbst im gleichen Beruf verdienen Frauen derzeit sechs Prozent weniger als Männer.  Die neue EU-Richtlinie verpflichtet Arbeitgebende, Gehälter und Bezahlungskriterien offenzulegen. Außerdem müssen Arbeitgebende Ungleichbehandlung bei der Bezahlung nun überprüfen. So könne die Richtlinie Willkür und Diskriminierung bei der Bezahlung verhindern, erklärte Kreutz.

Im öffentlichen Dienst sollte es eigentlich keine Lohnlücke geben, da die Tarifverträge keinen Unterschied im Einkommen zwischen Männern und Frauen machen. In der Praxis sieht das aber anders aus. Denn Tarifverträge können Spielräume eröffnen, die Berufe, die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, benachteiligen und damit zu Entgeltdiskriminierung aufgrund des Geschlechts führen können. Zu diesem Schluss kam bereits 2018 die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), als sie den damaligen TV-L unter die Lupe nahm. 

Kreutz schlug verschiedene Maßnahmen vor, um auch in Tarifverträgen für Equal Pay zu sorgen: „Die Eingruppierung der Tätigkeiten muss anhand von detaillierten und einheitlichen Aufgabenbeschreibungen erfolgen. Dafür braucht es auch ein einheitliches und diskriminierungsfreies Bewertungssystem mit klaren Bewertungsmerkmalen.“ Diese Maßnahmen hatte 2018 bereits der Bericht der ADS gefordert, wurden bisher aber noch nicht oder nur unzureichend umgesetzt. „Darüber hinaus brauchen wir insgesamt ein gesellschaftliches Umdenken, das die ‚Frauenberufe‘ mehr wertschätzt. Neue Bewertungskriterien bringen uns nichts, wenn die Bewertung voreingenommen ist.“

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